Promovendin:
Tina Menke

Thema:
The teacher is at the core – DDR-Geschichte in den Vorstellungen von Lehrenden
Erstbetreuung: Prof. Dr. Dirk Lange
Zweitbetreuung: Prof. Dr. Dietmar von Reeken (Oldenburg)

Kurzdarstellung:
Die Untersuchung von Lehrendenvorstellungen zählt in der historisch-politischen Bildungsforschung zu einem noch wenig beachteten Gegenstand. Aufgezeigt wird, dass jedoch gerade sie eine Schlüsselrolle einnehmen und unterrichtliche Herangehensweisen und Vermittlungsabsichten der Lehrenden beeinflussen. Exemplarisch wird dies anhand der Auseinandersetzung mit dem Thema DDR-Geschichte veranschaulicht.

Mit den drei DDR-Gedächtnissen nach Martin Sabrow (Diktatur-, Arrangement-, Fortschritts-gedächtnis) wurde den Vorstellungen der Lehrenden eine fachliche Vergleichsfolie gegenübergestellt.

Der empirische Teil der Arbeit wurde als qualitative Interviewstudie konzipiert und die Erhebung in Zeiten der Erinnerung an 20 Jahre Mauerfall und Wiedervereinigung durchgeführt. Die 25 sehr heterogen ausgewählten Befragten hatten zuvor eine DDR-bezogene Fort-/Weiterbildungs-veranstaltung besucht und waren somit bereits für das Thema sensibilisiert. Letztlich ausgewertet wurden 5 dieser Interviews.

In allen untersuchten Äußerungen ließen sich in jeweils unterschiedlich starker Ausprägung Bezüge zu den drei DDR-Gedächtnissen nach Sabrow herstellen. Vor diesem Hintergrund wird dafür plädiert, dass DDR-bezogene Bildungsprozesse dieser gegenwärtigen Kontroversität der Erinnerung Rechnung zu tragen haben und entsprechende Angebote künftig differenzierter und selbstreflektierter gestaltet werden sollten. Darüber hinaus wurden in Teilen der Interviews die besonderen Herausforderungen einer zunehmend multikulturellen Schülerschaft deutlich. Eine Abkehr von nationalhistorischen Narrativen scheint notwendig. Diesem Aspekt wird mit einem abschließenden Schwerpunkt zum Thema DDR-Geschichte in der Migrationsgesellschaft begegnet.