Promovendin:
Shaun Hermel

Thema:

Die Entwicklungen der deutschen Hochschulen zur Zeit des Nationalsozialismus am Beispiel der Technischen Hochschule Hannover – zwischen Normalität, Gehorsam und Kreativität
Erstbetreuung: Prof. Dr. Michele Barricelli

Kurzdarstellung:
Das Promotionsvorhaben steht im Zusammenhang mit der vom Präsidium der Universität geförderten Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergan­genheit ihrer Vorgängerinstitution, der Techni­schen Hochschule Hannover (THH). Dabei beleuch­tet die Arbeit den politischen Rahmen während des Nationalsozialismus und seine Auswirkungen auf die Hochschulverwaltung. NS-bedingte Wandlungsprozesse, die wechselseitige Beziehung zwi­schen der THH und den staatlichen Institutionen und die Voraussetzungen für Einflussnahme und Selbstständigkeit sind zentrale Fragen, wenn es um die Bewertung eigenverantwortlicher Entscheidun­gen und Vorgänge innerhalb der Hochschule geht. Dabei rücken auch die Handlungsspielräume der institutionellen Akteure in den Blick: inwieweit gelingt es ihnen, in ihrem Sinne Ressourcen zu mobilisieren und in Form gezielten „Managements“ Einfluss auf Entscheidungen und Entwicklun­gen zu nehmen? Äußert sich opportunistisches Verhalten auch in der Wahl der Rhetorik und wie beeinflusst der Sprachgebrauch die Kommunikati­onsverhältnisse? All diese Faktoren gewinnen an Bedeutung, wenn unvorhergesehene Entwicklungen, wie zum Beispiel während der letzten Kriegsjahre, die nationalsozialistische Hochschulpolitik und die Hochschulen selbst vor neue Herausforderungen in der Bewältigung des Alltags stellen. Es ist das Ziel festzustellen, inwieweit eine Konti­nuität der etablierten Strukturen und Prozesse zu erkennen ist oder sie im Sinne der NS-Ideologie „überformt“ wurden. Hält das „Führerprinzip“ auch Einzug in die Hochschule und wie ist die Rolle der THH im neuen System zu bewerten: als aktive Partizipation, passive Duldung oder zeigen sich gar Formen von Ungehorsam? Dabei muss auch gefragt werden, ob die Hochschulentwicklung zur Zeit des Nationalsozialismus ihrer eigenen Dyna­mik gefolgt und wie unmittelbar der staatliche Einfluss tatsächlich gewesen ist. Dabei muss auch gefragt werden, ob die Hochschulentwicklung zur Zeit des Nationalsozialismus ihrer eigenen Dyna­mik gefolgt und wie unmittelbar der staatliche Einfluss tatsächlich gewesen ist.