Der Rechtsextremismus stellt eine große Herausforderung für die politische Bildung dar. Diese Arbeit fragt nach den Möglichkeiten, eine nachhaltige Bildungsarbeit im Themenfeld Rechtsextremismus zu entwickeln. Der Ausgangspunkt ist dabei zum einen die Untersuchung der Lernvoraussetzungen von Schülern. Zum anderen wird der Frage nachgegangen, wie Studierende des Lehramtes Politik mit dem Gegenstand Rechtsextremismus umgehen. Das empirisch rekonstruierte Wissen um die Denkweisen von Schülern und angehenden Politiklehrern wird ergänzt durch die Untersuchung von Schulbüchern und anderen Unterrichtsmaterialien zum Thema Rechtsextremismus. Konstitutiver Bestandteil der Arbeit ist die Beschäftigung mit denjenigen Diskursen in Politik, Medien, Gewerkschaften und Kirchen, die bestimmte Wahrnehmungen, Ursachenzuschreibungen und Bewertungen des Rechtsextremismus nahelegen. Insbesondere das „Extremismus“-Konzept bietet die Möglichkeit, problematische Haltungen zu skandalisieren. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die Problemrahmung „Extremismus“ unerwünschte Folgen haben kann. Die Konzentration auf das „Extreme“ lenkt den Blick gewissermaßen weg von denjenigen „normalen“ gesellschaftlichen Strukturen, die radikaleren Ausgrenzungspraxen zugrunde liegen. Die Entwicklung nachhaltiger Bildungsangebote im Bereich der primären Prävention des Rechtsextremismus macht es insgesamt notwendig, den Ermöglichungsbedingungen der extremen Rechten konzeptionell mehr Beachtung zu schenken.