Promivendin:
Kerstin Grimm

Thema:
„Partizipationschancen von Migrantinnen im Spiegel der Integrationspolitik der BRD – Grundlagen politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft Deutschland“
Erstbetreuung: Prof. Dr. Dirk Lange

Kurzdarstellung:
Die Rahmung der Forschungsarbeit bildet eine kritische Auseinandersetzung mit der Integrationspolitik der BRD am Beispiel der Orientierungskurse für Migrant_innen aus der Perspektive der interkulturellen Bildung, der Migrationssoziologie und kritischer politikdidaktischer Ansätze wie der Subjektbildung.

Gegenstand der Auseinandersetzung ist das Integrationsverständnis, das dem geschlossenen Curriculum des Orientierungskurses zugrunde liegt, in dem Demokratie und Kultur als bestimmte, unterrichtlich zu erlernende Konzepte dargeboten werden. Orientierungswissen und Partizipationskompetenz gilt hier in behavioristischer Manier als Ergebnis dieses unterrichtlichen Lernprozesses.

Demgegenüber interessiere ich mich in der Forschungsarbeit für die individuellen Orientierungen von bereits länger in Deutschland lebenden Kursteilnehmerinnen, für die Dynamik oder Stabilität ihrer Orientierungen im Prozess der Migration.

Orientierungen, so die Annahme, entwickeln sich entlang von Möglichkeitsräumen für gesellschaftliche Partizipation und Anerkennung sowie von biografischen Erfahrungen. Möglichkeitsräume, ihre Begrenzung oder Erweiterung, stehen in Abhängigkeit von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Alter, usw. (Intersektionalität); sie werden von gesellschaftlichen Diskursen und institutionellen, politischen und sozialen Strukturen geformt.

Anhand einer Analyse von mehreren biografisch-narrativen Interviews mit Teilnehmerinnen der Orientierungskurse, die einen Integrationskurs erfolgreich, das heißt mit dem Zertifikat B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER), abgeschlossen haben, analysiere ich das Zusammenspiel von Orientierungen, Möglichkeitsräumen und individuellen Handlungsformen im biografischen Kontext.