Promovend:
Gabri Machini-Warnecke

Thema:
Italienische „Gastarbeiter“ in der Landwirtschaft am Beispiel Nordostniedersachsens

Kurzdarstellung:
Gegenstand der Dissertation ist die „Gastarbeit“ italienischer Saisonarbeiter in den landwirtschaft­lich geprägten Grenzregionen Nordostnieder­sachsens. Die Arbeitsmigration wird überwiegend aus der Perspektive der deutschen Arbeitgeber – der Bauern – wie auch der Arbeitgeberverbände betrachtet, wobei der zeitliche Schwerpunkt auf ihren Anfängen 1955 bis 1965 liegt. Die Fragestellung bezieht sich auf die Beweg­gründe und die Rahmenbedingungen der Anwer­bung und Beschäftigung italienischer Arbeitsmig­ranten im ländlichen Raum sowie ihre Strukturen und Merkmale. These der Dissertation ist, dass die italienischen „Gastarbeiter“ in der Vorstellung der Arbeitgeber insbesondere die ledigen Familienfremden Arbeits­kräfte ersetzen sollten, deren Vorteile sie reprä­sentierten: das junge Alter, die Flexibilität (kaum familiäre Pflichten), das besondere Interesse an Überstunden, um den Monatslohn aufzubessern, sowie eine erwartete Anspruchslosigkeit. Grundlegend dabei ist die Idee, dass, um die Geschichte der Arbeitsmigration in der Landwirt­schaft zu verstehen, der Modernisierungsprozess berücksichtigt werden soll, der im Agrarkontext zeitlich parallel und auf intensive Weise stattfand und das Leben und Arbeiten auf dem Land radikal änderte. Das Dissertationsvorhaben bewegt sich somit im Bereich der Migrations- und der Agrar­forschung.