Promovend:
Dr. Werner Friedrichs

Thema:
Elemente einer performativen Didaktik der Politischen Bildung. Dargestellt am Problem der Partizipation in der „Postdemokratie“ (Habilitationsprojekt)
Erstbetreuung: Prof. Dr. Dirk Lange

Kurzdarstellung:
Schon lange treiben Phänomene wie die Politik- und Parteienverdrossenheit die Didaktik der Politischen Bildung an. Dem Grunde nach wird die häufig diagnostizierte Ermüdungserscheinung zum Anlass genommen, die Bemühungen um Politische Bildung auszuweiten. Als Vademecum werden insbesondere neue „Beteiligungsformate“ und neue Formen Politischer Bildung entwickelt, um die Bürgerinnen und Bürger wieder stärker in die politische Selbstkonstitution der Gesellschaft einzubinden. Dabei ist immer weniger klar, inwieweit die breit angelegten Mitmach- und Motivationsprogramme, die Heranführungs- und Inklusionsprojekte ein Kernanliegen Politischer Bildung umsetzen, nämlich eine reflektierte politische Orientierung und Urteilskraft vermitteln, oder aber ihrerseits als Element einer umfassenden Regierungskunst zu verstehen sind. Ausgehend von einer Gegenwartsdiagnose, nach der den Institutionen selbst das politische Moment abhanden gekommen ist, greift eine Strategie ins Leere, die in der alleinigen Reaktivierung und Ausweitung klassischer Formate ihre Fluchtlinie zu bestimmen sucht. Folgt man den sog. „neuen Demokratietheorien“, wäre die Orientierung an Institutionen zu hinterfragen, womit systematische Ausgangsfragestellungen in der Begründung der Politischen Bildung erreicht sind. In der Verlängerung dieses Anspruchs lassen sich drei Kernanliegen formulieren: (1) die Herstellung eines Anschlusses an jene Theorieangebote, die Grundlage für das „neue“ Denken des Politischen in den „neuen Demokratietheorien“ sind; (2) die auf dieser Grundlage erfolgende Rekonstruktion des Problems der Postdemokratie, des Begriffes des Politischen und eines entsprechenden Begriffs der politischen Teilhabe i. S. einer Partizipation; (3) die Entwicklung eines Begriffs Politischer Bildung, der den vorgenannten Ansprüchen entsprechen kann und eine Orientierung in einer pluralistischen, postfundamentalistischen und postdemokratischen Gesellschaft darstellen kann.