Promovend:
Daniel Giere

Thema:
Transfer- und Akkomodationsprozesse im media­tisierten Geschichtsbewusstsein. Eine Studie zum Spannungsfeld von individueller Weltaneignung, geschichtsbezogenen Computerspielen und histo­rischem Lernen
Erstbetreuung: Prof. Michele Barricelli

Kurzdarstellung:
Bei der Dissertation handelt es sich um eine geschichtsdidaktische, empirisch akzentuierte Projektstudie zum Spannungsfeld zwischen der individuellen Aneignung digital vermittelter Wel­ten und historischem Lernen. Untersucht werden sollen zunächst Transfer- und Akkomodationspro­zesse zwischen ausgewählten historisch orientier­ten Computerspielen und Spielern. Angestrebt sind eine forcierte Theoriebildung mit anschließender empirischer Modellerprobung. Die medientheoreti­schen Grundlagen basieren vor allem auf kons­truktiven Ansätzen der Wirkungsforschung und münden in den medienspezifischen Überlegungen zum Computerspiel von J. Fritz (Stichwort: struk­turelle Kopplung). Die fachliche (i.e. historische) Profilierung bzw. Spezifizierung erfolgt durch die Orientierung an der geschichtsdidaktischen Zent­ralkategorie des „Geschichtsbewusstseins“, dessen beobachtbare äußere Leistungen in Anlehnung an J. Rüsen als typisierbare Formen von Sinnbildung operationalisiert werden. Das empirische Design, das auf einer deduk­tiv erreichten Konzeptualisierung gründet, ist qualitativ. Im Wesentlichen geht es zuerst um die Beobachtung, technisch fortgeschrittene Protokol­lierung und Perspektivierung von Spieldurchläufen am Endgerät. Zudem ist die Erhebung von Einschätzungen über Intentionen, Gehalte und Poten­ziale des Spiels vorgesehen; der dazu eingesetzte Fragebogen enthält sowohl geschlossene (inkl. Likert-Skalen) wie offene Items. Bereits durch die Kontrastierung der unterschiedlichen Datensätze können Transformationsprozesse (ggf. Lerneffekte) zwischen Medium und Nutzer herauspräpariert werden. Im Rahmen einer iterativen Auswertung werden sodann weitere Vergleichshorizonte zur Interpretation der Daten herangezogen (z.B. historisch-empirische, produktanalytische, spiel­logische).