Promovend:
Christian Hellwig

Thema:
Die inszenierte Grenze. Flucht und Teilung in westdeutschen Filmnarrationen während der Ära Adenauer

Erstbetreuung: Apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann

Kurzdarstellung:
Sowohl die deutsche Teilung im Allgemeinen, als auch die Grenzanlagen im Besonderen, wurden seit den fünfziger Jahren medial verarbeitet und zur Diskussion gestellt. Gerade in den ersten beiden Jahrzehnten der deutschen Teilung wurden auf westdeutscher Seite eine Reihe von Spielfilmen produziert, die bislang nicht systematisch auf Wahrnehmungsmuster und zeitgenössische Interpretationen der innerdeutschen Grenze untersucht wurden. Im Rahmen des Teilprojekts werden diese Spielfilme dezidiert unter mentalitätsgeschichtlichen Fragestellungen erforscht. Bei dem zu untersuchenden Filmkorpus handelt es sich zumeist um Filme, die aus dem aktiven Gedächtnis der heutigen Gesellschaft verschwunden sind und auf ihren erneuen Abruf warten. Für eine Kulturgeschichte der deutschen Teilung, beziehungsweise der Grenze, die explizit auch die filmische Auseinandersetzung berücksichtigen muss, sind auch eben diese Filme wichtig, die heute nicht mehr im öffentlichen Bewusstsein verankert sind, zu „ihrer“ Zeit jedoch eine wichtige Rolle in der gesellschaftlichen Meinungsbildung gespielt haben können. Ziel des Forschungsvorhabend ist es zu klären, in wie weit filmische Teilungsnarrative der fünfziger und sechziger Jahre die in der Geschichtswissenschaft vorherrschende Interpretation der westdeutschen Wahrnehmung der Grenze bestätigen, brechen oder ergänzen können und welche Akzente diese Filme in der gesellschaftlichen Debatte zu setzen versuchten.

Die Dissertation ist 2018 im Wallstein-Verlag erschienen (Link).