Leitung: Dr. Moritz Peter Haarmann
Koordination: Arne Schrader
Förderung: Erasmus+ Programm
Volumen: 211.839,00 €
Laufzeit: 01.10.2018 – 30.09.2020

Ob sogenannte „Trolle“ den US-Wahlkampf beeinflusst haben, ist ungeklärt. Unstrittig ist, dass populistische Thesen in der „realen Welt“ und in sozialen Medien großen Zuspruch erfahren. Extreme und populistische Parteien feiern in allen europäischen Staaten Wahlerfolge: Sie machen „Andere“ bzw. „korrupte Eliten“ für gravierende gesellschaftliche Probleme verantwortlich. Mit manipulativen Technologien und Desinformations-Kampagnen, versuchen radikale Gruppen und Organisationen diese Narrative in sozialen Medien zu stärken.
Digitalisierung wird in allen EU-Mitgliedsstaaten angestrebt. Dazu gehört sowohl für Lehrerinnen und Lehrer als auch für Schülerinnen und Schüler, dass sie in der Lage sind, sich eigene, auf Tatsachen beruhende Urteile zu bilden – über gesellschaftliche und politische Angelegenheiten. Da Schülerinnen und Schüler einen Großteil der Informationen über Gesellschaft, Politik, Kultur aus sozialen Netzwerken (Twitter, Facebook, Instagram, YouTube etc.) beziehen, sollten sie sich der Manipulationsmöglichkeiten in diesen Medien bewusst sein.
Themen des DETECT-Projekts sind daher die Bedingungen, unter denen Informationen entstehen und weiter gegeben werden (sozial, politisch, ökonomisch, technisch), z.B. Gründe, warum sich „false news“ schneller und weitreichender verbreiten, der Einfluss von finanzkräftigen Konzernen auf die öffentliche Meinung (Algorithmen) oder Auswirkungen von „social bots“.
Die Ergebnisse des DETECT-Projekts tragen dazu bei, dass Lehrer*innen aktuelles Wissen über sog. „computational propoganda“ erhalten. Die so fortgebildeten Lehrer*innen führen ihrerseits Werkstätten mit Schüler*innen durch, die in einem forschenden Lernprozess ihre kritisch-reflektierte Urteilsbildung verbessern.
Das DETECT-Vorhaben verbindet Medien- und Demokratiekompetenzen mit dem didaktischen Konzept des forschenden Lernens. Die Methode des forschenden Lernens bietet sich an, wenn Schüler*innen neuen Inhalten begegnen, die sie unter der Perspektive bestimmter „Forschungsfragen“ überwiegend eigenständig erschließen können. Dabei stellen sie Fragen, bilden Hypothesen, finden Beispiele, vernetzen Inhalte miteinander – und stellen ihre Ergebnisse und Erkenntnisse am Ende im Plenum zu Diskussion.
Das Projekt verfolgt daher das Ziel einer verbesserten, kritischen Urteilskompetenz von Schüler*innen und der Stärkung der digitalen aktiven Bürgerschaft.

Dieses Projekt wurde mit der Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Dieses Schreiben repräsentiert ausschließlich die Ansichten des Autors. Für die Nutzung des Inhaltes kann die Kommission nicht verantwortlich gemacht werden.