Leitung: Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann

Mitarbeiter: Florian Grawan, Jenny Hagemann, Malte Kleinschmidt, Raimund Lazar, Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann, Dr. Christine Schoenmakers, Deborah Sielert

Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur; Volumen: ca. 890.000 €; Laufzeit: Oktober 2016 bis September 2019

Projektbeschreibung

Cultural heritage – im Deutschen auch als ‚Kulturerbe‘ bezeichnet – dient in der unübersichtlichen, diversifizierten Welt der Gegenwart auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen als Identifikations- und Bezugspunkt für die Definition von Zugehörigkeiten, die Abgrenzung gegenüber dem Anderen und Fremden sowie nicht zuletzt als Ressource zur Durchsetzung ökonomischer, sozialer oder politischer Interessen. Die kritische und dekonstruierende, sowohl theorie- als auch Empirie geleitete Auseinandersetzung mit den vielfältigen Konstruktions- und Aneignungsmechanismen von cultural heritage in ausgewählten gesellschaftlichen Feldern bildet die zentrale Zielsetzung dieses interdisziplinären Verbundprojektes. Die differenzierte Analyse der ambivalenten Aushandlungsprozesse um kulturelles Erbe stellt eine notwendige Voraussetzung dar, um Chancen und Potentiale, aber auch Probleme und Risiken der Vergegenwärtigung von Vergangenheit zu erkennen. Geschichts-, sozial- und bildungswissenschaftliche Perspektiven ergänzen sich zu einer bislang einmaligen systematischen Untersuchung der semantischen und praktischen Aushandlung, Konstruktion und Nutzung kulturellen Erbes in vor allem in Deutschland ablaufenden, alltäglichen und institutionalisierten Kommunikations und Interaktionszusammenhängen. Das Verbundprojekt zielt zudem auf eine intensive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die sowohl inhaltlich über die als Promotionsprojekte geplanten Teilstudien als auch organisatorisch durch ein über verschiedene Veranstaltungs- und Betreuungsformate geschaffenes interdisziplinäres Arbeitsumfeld realisiert wird.

Teilprojekte: 

  1. Strategien kultureller Inwertsetzung von historischen Traditionen und Überresten. Urban heritage in Barcelona, Manchester, Breslau und Berlin.
  2. Konstruktionen und Reflexionen zu kulturellem Erbe abseits urbaner Agglomerationsräume. Rural heritage im Hannoverschen Wendland.
  3. Cultural heritage und ‚neue Einwanderung‘. Zum Formwandel ethnischer Vergemeinschaftung.
  4. Cultural heritage in Fußball- und Kleingartenvereinen. Eine empirische Studie über Teilhabe in Differenz und Vielfalt.
  5. Aushandlung postkolonialen Kulturerbes in Schülervorstellungen. Eine empirische Untersuchung in didaktischer Absicht.
  6. Zur Aneignung und Gestaltung von cultural-heritage-Formationen in Familienbildungssettings. Eine Studie zu politisch-partizipativen Sensibilisierungen im Kontext inklusiver Bildung.

Für weiterführende Informationen zu Mitwirkenden und Tagungen siehe den offiziellen Internetauftritt des Verbundes: www.cher.uni-hannover.de.