Politische Bildung – Geschichte und Erinnerungskultur – Gesellschaftliche Herausforderungen der Zivilgesellschaft im 21. Jahrhundert

 

I. Aktuelle Situation und Handlungsbedarf

Eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen stellt die Zukunft der Demokratie dar. Im Kontext von Globalisierung und Diversität und angesichts des Wandels von Staatlichkeit verändern sich die Bedingungen für politische Partizipation und das zivilgesellschaftliche Engagement. Die Bürger/-innen der Zivilgesellschaft befinden sich in einem Lernprozess unter der Fragestellung, wie demokratische Grundwerte unter diesen sich verändernden Bedingungen als Orientierungspunkte politischen Denkens und Handelns erhalten werden können. Das Erkenntnisinteresse richtet sich dabei vermehrt auf die subjektive Dimension und die politisch-kulturelle „Innenausstattung“ der Demokratie.

Im Bereich der Demokratiebildung existiert derzeit keine Forschungseinrichtung, wie sie für die Didaktik der Naturwissenschaften das IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel darstellt. Die sich immer schneller verändernden gesellschaftlichen Herausforderungen wie auch die Nutzung neuer Kommunikationsmedien legen es nahe, nach neuen Institutionalisierungen für politische Bildung zu suchen. Aus diesem Grund richtete die Philosophische Fakultät der Leibniz Universität Hannover Ende 2013 das Institut für Didaktik der Demokratie (IDD) ein. Dieses schöpft seinen Wert und Innovationsgehalt aus dem Zusammenspiel von Forschung, Entwicklung, Transfer und Beratung.

 

 II. Leitlinien

Das Institut für Didaktik der Demokratie hat zum Ziel, Forschungs- und Transferaktivitäten auf den Feldern von Politischer Bildung und Demokratiepädagogik, Geschichte und Erinnerungskultur sowie den sozialen Herausforderungen der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts zu bündeln und zu profilieren.

Die beteiligten Wissenschaftler haben in den vergangenen Jahren ein Drittmittelvolumen von 5.445.656 € eingeworben und damit erheblich zur Forschungsentwicklung der Philosophischen Fakultät beigetragen.

Die in diesem Bericht dargestellten Projekte wurden in den vergangenen Jahren am Historischen Institut und dem Institut für Politische Wissenschaften durchgeführt. In beiden Instituten sind die am Institut für Didaktik der Demokratie beteiligten Professoren durch Doppelmitgliedschaften fest verankert.

 

III. Drei Perspektiven der Didaktik der Demokratie als Säulen des Instituts

Didaktik der Demokratie bezieht sich nicht lediglich auf eine Unterrichtstechnik bzw. -reflexion, sondern bezeichnet die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einer „lernenden Demokratie“ zum Zwecke ihrer theoretischen Durchdringung und handlungsorientierten Profilierung.

Im Zentrum des Ansatzes steht eine anwendungsbezogene Politik- und Geschichtswissenschaft, die bildungswissenschaftlich fundiert ist.

In der Auseinandersetzung mit der Gegenwartsbedeutung des Nationalsozialismus und der deutschdeutschen Geschichte nach 1945 sowie mit Formen der Erinnerungskultur, in der Erforschung des Bürgerbewusstseins und der Partizipationskompetenz von Lernenden sowie in der Untersuchung von Diversität und von Prozessen sozialer Inklusion und Exklusion in der modernen Migrationsgesellschaft vernetzen sich die Aktivitäten auf dem Feld einer Didaktik der Demokratie. Die Didaktiken der Politischen und der Historischen Bildung sowie die Demokratiepädagogik arbeiten am gemeinsamen Gegenstand der lernenden Demokratie.

  1. Bürgerbewusstsein und Partizipation
  2. Diversität und Inklusion
  3. Rechtsextremismus und Demokratie
  4. Nationalsozialismus und Diktaturerfahrung
  5. Europäisierung und Globalisierung

 

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